Zertifikat anlegen

Erstellen des privaten Key für den Server. Dieser ist unbedingt geheim zu halten und zu sichern! Im ersten Schritt wird der Key erzeugt, im zweiten der Certificate Signing Request. Der CSR wird in der Regel an eine Zertifizierungsstelle gesendet. Alternativ kann daraus auch ein self-signed Certificate erstellt werden. Mit dem dritten Befehl wird der CSR nochmals überprüft.
cd apache/conf
openssl genrsa -out server-private-key.key 2048
openssl req -new -key server-private-key.key -out server-signing-request.csr
 -config apache/bin/openssl.cnf openssl req -noout -text -in server-signing-request.csr -config apache/bin/openssl.cnf

Dann kann ein sich selbst signierendes Zertifikat erstellt werden (dieses ist dann für 365 Tage gültig):

openssl x509 -req -days 365 -in server-signing-request.csr
 -signkey server-private-key.key -out server-certificate.crt

Überprüfen kann man ein Zertifikat mit:

openssl asn1parse -inform PEM -in server-certificate.crt

Bei der XAMPP Installation ist in der HTTP.CNF bereits eine HTTP-SSL.CNF eingebunden, die die entsprechenden Dateien (CSR, CRT, ...) aus den analog benannten Unterverzeichnissen einbindet.

Offizielles Zertifikat

Um ein "offizielles" SSL-Zertifikat zu erhalten, muss der CSR an die Zertifizierungsstelle übermittelt werden, z.B. durch Ausfüllen eines Online-Bestellformulars. Man erhält dann im allgemeinen einen Downloadlink (mit Passwort) und eine Rechnung. Nach Prüfung aller Unterlagen ist das Zertifikat erstellt und kann installiert werden.

Bei der Bestellung von SSL Zertifikaten muss man beachten, dass nicht alle Zertifikate gleich sind. Die billigen Zertifikate besagen im Grunde nicht mehr, als dass der Aussteller des Zertifikats das Zertifikat per email an den Inhaber der Domain sendet ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. usw.), wer auch immer das ist. Bei den teureren Zertifikaten wird schon ernsthafter geprüft (Handelsregisterauszug, Personalausweis, telefonischer Rückruf usw.), ob der Inhaber tatsächlich derjenige ist, der er vorgibt zu sein.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Kompatibilität zu verschiedenen Browsern. Ein "alter" Browser erkennt die Zertifikate eines "neuen" Ausstellers nicht, was für den Endanwender im Grunde dasselbe ist wie ein selbsterstelltes oder gar kein Zertifikat. Dies ist ein Problem mit vielen Billiganbietern. Es handelt sich hierbei zwar um offizielle Zertifikate, die aber nicht mit allen Browsern ohne Fehlermeldung funktionieren. Da die alten Browser jedoch praktisch ausgestorben sind, ist dies im Grunde nicht mehr relevant

Zuletzt sollte man noch darauf achten, ob das Zertifikat ohne weiteres im Webserver zu installieren ist oder ob es ein Zwischenzertifikat erfordert. Falls ja, hat man beim Installieren etwas mehr Aufwand.

Ein billiger und guter Anbieter ist https://www.psw.net/, der zahlreiche Zertifikate verschiedener Hersteller liefert. Sollte es mal Probleme geben, bekommt man auch umgehend kompetente Beratung - ein wichtiger Pluspunkt, wenn man ein Zertifikat für den kommerziellen Einsatz benötigt.

Ich verwende für eigene Webseiten das "LimitBreaker?" Zertifikat für € 39,- pro Jahr. Es ist auch mit wirklich uralten Browsern kompatibel, beispielsweise mit dem Microsoft Internet Explorer 3.0, Opera 3.0 und Netscape 2.0. Außerdem benötigt es kein Zwischenzertifikat auf dem Webserver.

Das "LimitBreaker?" Zertifikat wird bestätigt, indem die Autorisierungsstelle eine Email an eine bestimmte Email-Adresse sendet. Falls man das Zertifikat für einen Kunden bestellt, kann das ein Problem werden, wenn es sich um eine größere Organisation handelt. Alternativ kann man dann das etwas teurere "Comodo Silber" Zertifikat bestellen, dieses kann auch der Auftraggeber bestätigen, muss sich aber vertraglich gegenüber der Autorisierungsstelle verpflichten, seinerseits für den korrekten Einsatz des Zertifikats zu sorgen.

Einige Anbieter stellen auch kostenlose Zertifikate aus, die sind allerdings nur 30 Tage gültig. Ideal für Testzwecke.